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Website-Baukasten: Welcher ist der beste für dein Projekt?

Website-Baukästen versprechen eine professionelle Website in Stunden — ohne Code, ohne Entwickler. Aber die Unterschiede zwischen Wix, Squarespace, Jimdo und Co. sind erheblich. Dieser Guide hilft dir, den richtigen zu finden.

Was ist ein Website-Baukasten?

Ein Website-Baukasten ist eine All-in-One-Plattform, die Hosting, Design-Templates, Content-Verwaltung und oft auch Domain-Registrierung in einem Paket bündelt. Du baust deine Website visuell zusammen — per Drag-and-Drop, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Der Anbieter kümmert sich um Server, Updates, Sicherheit und technische Infrastruktur.

Die Abgrenzung zum klassischen CMS (wie WordPress): Während WordPress auf deinem eigenen Hosting-Space läuft und von dir technisch betreut werden muss, läuft ein Baukasten vollständig in der Cloud des Anbieters. Du nutzt ein SaaS-Modell — du mietest die Plattform, besitzt sie nicht.

SaaS vs. Self-Hosted

Bei einem Baukasten (SaaS) gehst du eine langfristige Abhängigkeit vom Anbieter ein — wenn der Dienst teurer wird, seine Leistung verändert oder eingestellt wird, bist du betroffen. Bei einem selbst gehosteten CMS (WordPress, Typo3) behältst du die vollständige Kontrolle — aber trägst auch die Verantwortung für Hosting, Updates und Sicherheit.

Vorteile und Nachteile

Aspekt Vorteile Nachteile
Einstieg Keine technischen Kenntnisse nötig Einschränkungen bei komplexen Anforderungen
Zeit Website in Stunden online Späterer Wechsel sehr aufwendig
Kosten Vorhersehbare Monatskosten Langfristig oft teurer als Self-Hosted
Hosting Komplett vom Anbieter verwaltet Kein Einfluss auf Server-Konfiguration
Erweiterbarkeit Apps/Plugins vorhanden Limitiertes Ökosystem vs. WordPress
Datenkontrolle Einfache Verwaltung Daten beim Anbieter, Export eingeschränkt

Die wichtigsten Anbieter im Vergleich

Wix — Maximale Flexibilität für Einsteiger

Wix ist mit über 200 Millionen Nutzern der größte Website-Baukasten weltweit. Der Drag-and-Drop-Editor erlaubt es, Elemente wirklich pixelgenau zu positionieren — mehr gestalterische Freiheit als bei den meisten Konkurrenten. Wix bietet über 800 Templates und einen eigenen App-Markt mit 300+ Erweiterungen.

Kosten: Kostenloser Plan (mit Wix-Subdomain und Werbung), kostenpflichtige Pläne ab 13 €/Monat. E-Commerce ab 17 €/Monat. Wichtig: Im kostenlosen Plan ist dein URL eine Wix-Subdomain (deinname.wixsite.com) — für professionelle Nutzung nicht geeignet.

Gut für: Kreative, kleine Unternehmen, Portfolio-Websites, Events

Weniger gut für: Performance-kritische Anwendungen, große Blogs mit SEO-Fokus

Squarespace — Design-Qualität auf höchstem Niveau

Squarespace ist bekannt für seine außergewöhnliche Design-Qualität — alle Templates sind professionell gestaltet und sehen von Haus aus gut aus. Der Editor ist weniger frei als bei Wix, dafür konsistenter und schwieriger, visuell "schief" zu werden. Squarespace ist besonders beliebt bei Fotografen, Künstlern und Design-Studios.

Kosten: 14–35 €/Monat (je nach Plan und Zahlungsrhythmus). Kein kostenloser Plan, aber 14 Tage Testphase. E-Commerce in allen Plänen ab dem Basic-Tarif enthalten.

Gut für: Portfolio, Design-Agenturen, Fotografen, kreative Selbstständige

Weniger gut für: Komplexe E-Commerce-Setups, Mehr-Sprachen-Websites

Jimdo — Deutsche Lösung für einfache Anforderungen

Jimdo ist ein deutsches Unternehmen (Hamburg) mit DSGVO-konformem Ansatz und deutschsprachigem Support. Der Baukasten ist deutlich einfacher als Wix oder Squarespace — gut für sehr einfache Unternehmenswebsites, weniger geeignet für komplexe Projekte. Besonderheit: Jimdo Dolphin, der KI-gestützte Website-Builder, erstellt in wenigen Minuten eine personalisierte Website.

Kosten: Kostenloser Plan (eingeschränkt), kostenpflichtige Pläne ab 9 €/Monat.

Gut für: Kleinstunternehmen, Handwerker, einfache Visitenkarten-Websites

Weniger gut für: Wachsende Unternehmen mit komplexen Anforderungen

Webflow — Profi-Werkzeug für Designer

Webflow ist kein klassischer Baukasten für Einsteiger — es ist ein Visual-Development-Tool, das echten HTML/CSS-Code im Hintergrund erzeugt. Designer können damit Websites erstellen, die optisch und technisch mit handgemachten Websites mithalten. Die Lernkurve ist steil, aber die Ergebnisse sind professionell.

Kosten: Ab 14 $/Monat für einfache Websites, mehr für CMS-Funktionen und E-Commerce.

Gut für: Designer, Agenturen, interaktive Marketing-Websites

Weniger gut für: Einsteiger ohne gestalterisches Grundverständnis

Anbieter Einstiegspreis Schwierigkeit Design-Qualität SEO
Wix 13 €/Monat Einfach Gut Mittel
Squarespace 14 €/Monat Einfach Sehr gut Mittel
Jimdo 9 €/Monat Sehr einfach Ausreichend Grundlegend
Webflow 14 $/Monat Fortgeschritten Exzellent Gut
WordPress Hosting ab 3 €/Monat Mittel Je nach Theme Sehr gut

SEO mit einem Website-Baukasten

Website-Baukästen wurden lange für schlechte SEO-Performance kritisiert — zu Recht, bei den älteren Versionen. Heute haben die führenden Anbieter ihre SEO-Fähigkeiten deutlich verbessert. Aber es gibt weiterhin wichtige Einschränkungen:

Was gut funktioniert

  • Meta-Tags (Title, Description) für jede Seite anpassbar
  • HTTPS standardmäßig aktiv
  • Sitemaps werden automatisch generiert
  • Grundlegende Schema-Markup-Unterstützung
  • Responsive Design ist immer gegeben

Was limitiert bleibt

  • Page Speed: Baukästen laden oft mehr JavaScript und CSS, als nötig — Google Core Web Vitals leiden darunter. Wix und Squarespace haben hier in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, liegen aber bei technischer Performance noch hinter gut-optimierten WordPress-Websites
  • Technische SEO: Benutzerdefinierte hreflang-Konfiguration, kanonische Tags für komplexe URL-Strukturen oder Server-seitige Weiterleitungen sind oft nur begrenzt konfigurierbar
  • Blog-SEO: Kategorien, Tags, Breadcrumbs, interne Verlinkungsstrukturen und Schema-Markup für Artikel sind bei Baukästen eingeschränkter als bei WordPress + SEO-Plugins
Baukasten-SEO: Die wichtigste Maßnahme

Der größte SEO-Vorteil, den du mit einem Baukasten holen kannst: Jeden Seitentitel und jede Meta-Description sorgfältig ausfüllen, aussagekräftige Alt-Texte für Bilder ergänzen und interne Links zwischen deinen Seiten setzen. Diese On-Page-Basics haben mehr Einfluss auf dein Ranking als die Wahl des Baukastenanbieters.

Baukasten vs. WordPress: Was wählen?

Die häufigste Entscheidungsfrage: Website-Baukasten oder WordPress? Hier die ehrliche Abwägung:

Kriterium Website-Baukasten WordPress (Self-Hosted)
Einstieg Sofort, keine Kenntnisse nötig Leichte Lernkurve, Hosting nötig
Kosten (1 Jahr) 120–400 € 30–100 € (Hosting + Domain)
SEO-Potenzial Mittel Sehr hoch
Erweiterbarkeit Begrenzt Unbegrenzt (60.000+ Plugins)
Datenkontrolle Beim Anbieter Vollständig bei dir
Langfristige Flexibilität Stark eingeschränkt Vollständig flexibel

Unsere Empfehlung: Wenn du ernsthaft mit deiner Website wachsen willst — mehr Traffic, E-Commerce, Mitglieder-Bereich, individuelle Funktionen — wähle WordPress. Wenn du eine einfache Visitenkarten-Website für ein lokales Unternehmen brauchst, die schnell online sein soll, ist ein Baukasten völlig ausreichend.

Eigene Domain mit dem Baukasten verbinden

Alle namhaften Baukästen unterstützen eigene Domains — entweder über ihren eigenen Registrar oder durch Verbindung einer extern registrierten Domain. Die technische Verbindung erfolgt per DNS:

  1. Domain registrieren (beim Baukasten-Anbieter oder einem externen Registrar)
  2. Im Baukasten-Einstellungen die Domain hinzufügen
  3. DNS-Einträge setzen: A-Record auf die IP des Baukastens oder CNAME auf die Anbieter-Domain
  4. DNS-Propagation abwarten (bis zu 48 Stunden)

Tipp: Registriere deine Domain immer bei einem unabhängigen Registrar (nicht beim Baukasten-Anbieter). Wenn du den Baukasten wechselst, behältst du so die volle Kontrolle über deine Domain und kannst diese einfach auf eine neue Plattform zeigen lassen.

Website-Baukasten wechseln: Was beachten?

Der größte Nachteil von Baukästen: Wechseln ist mühsam. Inhalte lassen sich zwar exportieren, aber das Design und die Struktur müssen beim neuen Anbieter von Grund auf neu aufgebaut werden — eine 1:1-Migration ist technisch nicht möglich.

Was du beim Wechsel brauchst:

  • Alle Texte und Bilder exportieren/sichern
  • SEO-Redirects einrichten, falls sich URLs ändern
  • Das neue Design/Template aufbauen
  • Alle Inhalte neu einpflegen

Plane mindestens 20–40 Stunden Arbeit für eine mittelgroße Website (30+ Seiten). Bei komplexen E-Commerce-Setups kann ein professioneller Wechsel deutlich aufwendiger werden.

Fazit: Für wen ist ein Baukasten sinnvoll?

Website-Baukästen sind das richtige Werkzeug — wenn du das richtige Projekt hast:

  • Ja zum Baukasten, wenn: du eine einfache Website brauchst, schnell online sein willst, kein technisches Wissen hast und nicht vorhast, stark zu skalieren
  • Nein zum Baukasten, wenn: SEO ein wichtiger Kanal ist, du komplexe Funktionen brauchst, E-Commerce mit vielen Produkten geplant ist oder du dich nicht langfristig an einen Anbieter binden willst

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