Nameserver einrichten & ändern: Schritt-für-Schritt
Nameserver sind das Fundament jeder Domain-Konfiguration. In dieser Anleitung erfährst du, was Nameserver sind, wie du sie bei deinem Registrar änderst und welche DNS-Einträge du für Website, E-Mail und mehr brauchst.
Was sind Nameserver?
Nameserver sind spezialisierte Server im Domain Name System (DNS), die Domain-Namen in IP-Adressen übersetzen. Wenn jemand deine-domain.de in den Browser eingibt, fragt das System bei den zuständigen Nameservern nach, welche IP-Adresse hinter dieser Domain steckt.
Ohne Nameserver müssten wir uns IP-Adressen wie 93.184.216.34 merken, statt einfach einen Domain-Namen einzutippen. Das DNS funktioniert dabei hierarchisch:
- Root-Nameserver stehen an der Spitze und kennen die Adressen der TLD-Server (z. B. für .de, .com)
- TLD-Nameserver verwalten alle Domains einer Endung und verweisen auf die autoritativen Nameserver
- Autoritative Nameserver liefern die konkreten DNS-Einträge deiner Domain (A-Record, MX-Record usw.)
Jede Domain benötigt mindestens zwei Nameserver für Redundanz. Fällt ein Server aus, übernimmt der zweite. Die meisten Registrare stellen automatisch zwei bis vier Nameserver bereit.
Autoritativ vs. Rekursiv
Ein autoritativer Nameserver ist die offizielle Quelle für die DNS-Einträge einer Domain. Er antwortet verbindlich auf Anfragen. Ein rekursiver Nameserver (auch Resolver genannt) hingegen fragt im Auftrag des Nutzers die DNS-Hierarchie ab und speichert Ergebnisse zwischen (Caching). Dein Internet-Provider betreibt typischerweise einen rekursiven Resolver, den dein Computer automatisch nutzt.
Nameserver-Typen im Überblick
Je nach Aufgabe im DNS-System unterscheidet man verschiedene Nameserver-Typen:
| Typ | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Autoritativer Nameserver | Speichert die DNS-Einträge einer Domain und liefert verbindliche Antworten | ns1.deinprovider.de |
| Rekursiver Nameserver | Löst DNS-Anfragen auf, indem er die Hierarchie durchläuft und Ergebnisse cached | 8.8.8.8 (Google DNS) |
| Root-Nameserver | Erste Anlaufstelle in der DNS-Hierarchie, verweist auf TLD-Server | a.root-servers.net |
| TLD-Nameserver | Verwaltet alle Domains einer Top-Level-Domain (.de, .com, .org) | a.nic.de |
| Forwarding-Nameserver | Leitet Anfragen an einen anderen Resolver weiter, ohne selbst aufzulösen | Lokaler Router/Firewall |
Wenn du deine Domain bei einem Registrar wie IONOS, Strato oder United Domains registrierst, werden automatisch autoritative Nameserver zugewiesen. Du musst diese nur ändern, wenn du einen anderen DNS-Provider nutzen möchtest (z. B. Cloudflare, AWS Route 53).
Nameserver ändern: Schritt-für-Schritt
Ob du zu einem neuen Hosting-Anbieter wechselst oder einen externen DNS-Dienst nutzen willst: Das Ändern der Nameserver funktioniert bei allen Registraren ähnlich. Hier ist die allgemeine Vorgehensweise:
1. Neue Nameserver-Adressen bereithalten
Bevor du etwas änderst, brauchst du die Nameserver-Adressen deines neuen Anbieters. Diese findest du in der Dokumentation oder im Dashboard des neuen Providers. Typische Formate:
- Cloudflare: ada.ns.cloudflare.com, bob.ns.cloudflare.com
- AWS Route 53: ns-xxxx.awsdns-xx.org (4 Server)
- Hosting-Anbieter: ns1.anbieter.de, ns2.anbieter.de
2. Beim aktuellen Registrar einloggen
Melde dich im Kundenbereich deines Domain-Registrars an. Das ist der Anbieter, bei dem du die Domain registriert hast -- nicht unbedingt dein Hosting-Provider.
3. Domain-Verwaltung öffnen
Navigiere zur Domain-Verwaltung. Je nach Anbieter heißt der Bereich unterschiedlich:
- IONOS: Domains & SSL → Domain auswählen → Nameserver
- Strato: Domains → Domain-Verwaltung → DNS-Einstellungen
- United Domains: Portfolio → Domain auswählen → Nameserver
4. Nameserver ändern
Wähle die Option "Eigene Nameserver verwenden" oder "Externe Nameserver" und trage die neuen Adressen ein. Die meisten Anbieter verlangen mindestens zwei Nameserver.
5. Änderung bestätigen und warten
Speichere die Einstellungen. Die Änderung wird an die Registry übermittelt und muss weltweit propagieren. Das kann bis zu 48 Stunden dauern, ist in der Praxis aber oft schon nach wenigen Stunden abgeschlossen.
Richte alle benötigten DNS-Einträge (A, MX, CNAME usw.) beim neuen DNS-Provider ein, bevor du die Nameserver umstellst. Sonst ist deine Website oder E-Mail während der Umstellung nicht erreichbar.
Wichtige DNS-Einträge
Nachdem die Nameserver konfiguriert sind, verwaltest du über sie die DNS-Einträge deiner Domain. Hier sind die wichtigsten Eintragstypen:
| Typ | Zweck | Beispielwert |
|---|---|---|
| A | Verweist Domain auf eine IPv4-Adresse (Haupteintrag für Websites) | 93.184.216.34 |
| AAAA | Verweist Domain auf eine IPv6-Adresse | 2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946 |
| CNAME | Alias: Leitet eine Subdomain auf einen anderen Hostnamen um | www → example.de |
| MX | Definiert den Mailserver für den E-Mail-Empfang | 10 mail.example.de |
| TXT | Textbasierte Einträge für SPF, DKIM, Domain-Verifizierung | v=spf1 include:_spf.google.com ~all |
| NS | Definiert die zuständigen Nameserver für die Domain | ns1.provider.de |
Für einen zuverlässigen E-Mail-Versand brauchst du neben dem MX-Eintrag auch SPF (TXT-Record), DKIM (TXT-Record) und idealerweise DMARC (TXT-Record). Diese Einträge verhindern, dass E-Mails im Spam landen oder gefälscht werden.
Häufige Fehler beim Nameserver-Wechsel
Ein Nameserver-Wechsel ist an sich unkompliziert, aber einige Stolperfallen können zu Ausfallzeiten führen:
1. DNS-Einträge nicht vorab eingerichtet
Der häufigste Fehler: Du änderst die Nameserver, hast aber beim neuen Provider noch keine DNS-Einträge angelegt. Die Domain zeigt dann ins Leere. Lösung: Erstelle alle benötigten Einträge (A, MX, CNAME usw.) beim neuen DNS-Provider, bevor du die Nameserver umstellst.
2. Propagation unterschätzt
DNS-Änderungen verbreiten sich nicht sofort. Während der Propagationszeit können manche Nutzer noch die alten Einträge sehen, andere bereits die neuen. Das kann bis zu 48 Stunden dauern.
Setze den TTL (Time to Live) deiner bestehenden DNS-Einträge einige Tage vor dem Wechsel auf einen niedrigen Wert (z. B. 300 Sekunden). So cachen andere DNS-Server die alten Einträge kürzer und die Umstellung geht schneller. Mehr dazu in unserem Artikel zur DNS-Propagation.
3. Falsche Nameserver-Adressen
Tippfehler in Nameserver-Adressen führen dazu, dass die Domain nicht aufgelöst werden kann. Überprüfe die Adressen doppelt und achte auf korrekte Schreibweise. Typische Fehler: Punkt am Ende vergessen (bei manchen Registraren nötig) oder Verwechslung von ns1/ns2.
4. TTL-Werte zu hoch
Hohe TTL-Werte (z. B. 86400 Sekunden = 24 Stunden) bedeuten, dass alte DNS-Einträge lange im Cache anderer Server gespeichert bleiben. Selbst nach dem Wechsel sehen viele Nutzer dann noch die alten Daten.
5. DNSSEC nicht beachtet
Wenn deine Domain DNSSEC aktiviert hat, musst du die DS-Records beim Registrar aktualisieren, wenn du die Nameserver wechselst. Andernfalls schlagen DNSSEC-Validierungen fehl und die Domain wird als unsicher eingestuft -- manche Resolver verweigern dann die Auflösung komplett.
Deaktiviere DNSSEC beim alten Provider, bevor du die Nameserver änderst, und aktiviere es erst wieder, wenn die neuen Nameserver propagiert sind und die neuen DS-Records beim Registrar hinterlegt wurden.
Nameserver bei Domain-Transfer
Wenn du deine Domain zu einem anderen Registrar transferierst, stellt sich die Frage: Was passiert mit den Nameservern?
Nameserver bleiben erhalten
Bei einem reinen Domain-Transfer (Wechsel des Registrars) bleiben die eingetragenen Nameserver in der Regel bestehen. Wenn du z. B. Cloudflare als DNS-Provider nutzt und die Domain von IONOS zu United Domains transferierst, zeigen die Nameserver weiterhin auf Cloudflare.
Wann du Nameserver beim Transfer ändern musst
Eine Anpassung ist nötig, wenn:
- Du die DNS-Verwaltung des alten Registrars genutzt hast und diese mit dem Transfer endet
- Der neue Registrar eigene Nameserver bereitstellt, die du nutzen möchtest
- Du den Transfer zum Anlass nimmst, auf einen externen DNS-Dienst umzusteigen
Plane den Nameserver-Wechsel zeitlich getrennt vom Domain-Transfer. Ändere zuerst die Nameserver, warte bis alles propagiert ist und funktioniert, und starte dann den Transfer. So kannst du Probleme leichter zuordnen. Mehr Details findest du in unserer Domain-Transfer-Anleitung.
Fazit
Nameserver sind die Schaltzentrale deiner Domain. Sie bestimmen, wohin Anfragen an deine Domain geleitet werden -- ob zur Website, zum Mailserver oder zu anderen Diensten. Das Ändern der Nameserver ist technisch einfach, erfordert aber sorgfältige Vorbereitung:
- Verstehe die Grundlagen: Wisse, welche Nameserver-Typen es gibt und wie die DNS-Hierarchie funktioniert
- Bereite dich vor: Richte alle DNS-Einträge beim neuen Provider ein, bevor du umstellst
- Senke den TTL: Reduziere die TTL-Werte vor dem Wechsel, um die Propagation zu beschleunigen
- Teste nach dem Wechsel: Überprüfe mit Tools wie dig, nslookup oder Online-DNS-Checkern, ob alles korrekt aufgelöst wird
- Beachte DNSSEC: Bei aktivem DNSSEC müssen DS-Records synchron aktualisiert werden
Mit der richtigen Vorbereitung ist ein Nameserver-Wechsel innerhalb weniger Minuten erledigt -- die Propagation erledigt das Internet dann von selbst.
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